Ángela Sierra
Leiterin der Verwaltung und Personalabteilung
Gonvarri Colombia

Die Verkehrssicherheit ist heute eine Priorität in der Öffentlichkeitspolitik in Kolumbien, an der man schon seit über zwei Jahrzehnten kontinuierlich arbeitet. So soll die Anzahl der Opfer von Verkehrsunfällen, zu denen es sowohl auf den Landstraßen als auch in den Städten kommt, verringert werden. Man hat bis heute ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, aber wir sind immer noch nicht auf dem Niveau der Länder, die in der Verkehrssicherheit die Avantgarde bilden, Länder wie Schweden, Dänemark, Großbritannien und Spanien.

In Kolumbien gibt es eine besorgniserregende Unfallrate. Sie beläuft sich auf etwa 6000 Tote im Jahr und über 40 000 Verletzte, viele davon mit bleibenden Behinderungen. Das bedeutet Schmerz und Verlust in Tausenden von Familien. Deshalb wird das Fahren eines Fahrzeuges in den Verkehrsregeln von Kolumbien als eine „gefährliche Aktivität“ eingestuft.

Die Hauptursachen für Unfälle in Kolumbien sind Geschwindigkeitsübertretungen, Ablenkungen (Schminken im Auto, Chats und Senden von Textnachrichten usw.), Fahren unter Alkoholeinfluss (trotz der sehr hohen Geld und sogar Gefängnisstrafen), Nichteinhalten der Verkehrsregeln und jugendliches Alter (Verkehrsunfälle sind die häufigste Todesursache unter den Jugendlichen zwischen fünfzehn und einundzwanzig Jahren). Ein weiterer Grund für Unfälle ist der ausgesprochen schlechte Zustand vieler Landstraßen. Sie sind nicht asphaltiert und nicht korrekt ausgeschildert oder sie wurden auf unsicherem Gelände angelegt. Auch die Städte sind gefährlich (65% der Unfallopfer sterben in städtischen Zonen). Besonders gefährlich sind Kreuzungen von Schnellstraßen, insbesondere am Wochenende nachts, wenn zur Geschwindigkeitsüberschreitung auch noch der Alkoholkonsum hinzukommt.

Wenn man diese Daten betrachtet, so ist die Verkehrssicherheit eine komplexe Herausforderung, die Strategien zur Entwicklung der Infrastruktur, der Fahrzeuge, der Vorschriften zur Sicherheit sowie zum Verhalten der Fahrer (Bildung) notwendig macht. Wenn man etwas erreichen möchte, so müssen alle daran arbeiten. Wir spielen alle eine Rolle, wenn es darum geht, dass ein System sicher ist und die, die sich darin bewegen, geschützt werden.

In diesem Sinne ist die Bildung der Menschen einer der wichtigsten Faktoren, wenn man die Unfallrate mit tödlichen Unfällen in Kolumbien senken möchte. Deshalb ist eine Änderung des Verhaltens der Bürger ein Faktor, der den Erfolg bestimmt, und es handelt sich um die Aufgabe, bei der die meiste Arbeit vor uns liegt. Denn bis heute hat es sich gezeigt, dass weder Strafen für das Fahren unter Alkoholeinfluss noch Geschwindigkeitskontrollen eine Lösung für eine Einstellung im Straßenverkehr zu sein scheinen, die jedes Jahr zu 6000 Unfalltoten führt. Es handelt sich um eine große Herausforderung, denn obwohl es Vorschriften und Kampagnen zur Bewusstseinsförderung gibt, stirbt alle 85 Minuten ein Kolumbianer bei einem Autounfall. Wir sind der Meinung, „dass man dieses Problem nicht nur durch Strafen lösen kann, notwendig sind vielmehr Bildung, ein verstärktes Bewusstsein und Kampagnen für mehr Verkehrssicherheit“. Aus diesem Grund ist Emotional Driving ein wichtiger Beitrag, um Lösungen zum Senken der Unfallraten zu bieten.

Ein weiterer Grund für die hohe Unfallrate in Kolumbien sind die Schwäche der Institutionen, das Fehlen von einheitlichen politischen Aktionen und deren Überwachung, das Fehlen von Inspektionen, Kontrollen und Aufsicht. Deshalb wurde die Agencia Nacional de Seguridad Vial (Nationales Amt für Verkehrssicherheit) als eine autonome und spezialisierte Körperschaft geschaffen, die für die Planung und Ausführung der Maßnahmen für die Verkehrssicherheit in Kolumbien verantwortlich ist. Die Aufgabe dieser Behörde ist, die Anzahl der Verkehrsunfälle in Kolumbien effizient zu senken. Diese Behörde konzentriert ihre Anstrengungen darauf, die Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu erfüllen: „Im Jahr 2010 hat sich Kolumbien dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 die Unfallquote um 50% zu verringern. Das bedeutet, dass 15 000 Menschenleben gerettet werden“.

Es ist wichtig, auf die Arbeit hinzuweisen, die Gonvarri Colombia durch seine Teilnahme im kolumbianischen Normenausschuss (Comité de Normatividad Colombiano-ICONTEC) in Bezug auf die Regulierung und Vereinheitlichung der internationalen Normen leistet.

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Verkehrssicherheit in Gonvarri Colombia

Man darf die Entwicklung der Straßeninfrastruktur nicht vergessen, die für das Erreichen eines sicheren Systems grundlegend ist. Deshalb muss daran gedacht werden, dass die Menschen sich irren und falsche Entscheidungen treffen. Das bedeutet, dass man akzeptieren muss, dass Infrastrukturen so beschaffen sein müssen, dass die Risiken gesenkt und die Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Dabei spielt die Abteilung für Verkehrssicherheit von Gonvarri Steel Services eine entscheidende Rolle, da sie Produkte und Dienstleistungen anbietet, die alle internationalen Normen erfüllen. Gonvarri Colombia bietet über die Marke Cenovial Lösungen an, die von der Lieferung des Produktes bis zur Installation eines Rückhaltesystems reichen. Wenn es auch nach unseren derzeitigen Vorschriften nicht notwendig ist, zertifizierte Systeme zu benutzen, so arbeitet Cenovial dennoch konstant an der Validierung, Überprüfung und Empfehlung von Ingenieurarbeiten und technischen Merkmalen. So soll Bewusstsein bei Infrastrukturprojekten geschaffen werden.

Wir haben mit unserer Arbeit an der der Verbesserung von ungefähr 1350 km im Jahr 2015 beigetragen. Für uns ist es eine große Herausforderung, weiter an der Verkehrssicherheit zu arbeiten. Wir führen Projekte durch, durch die Rückhaltesysteme sowie Prüfungen und Überwachungen von Straßen implementiert werden. Dabei wird vor allem auf die gefährdeten Verkehrs­teilnehmer geachtet, beispielsweise Fußgänger und Motorradfahrer, um so den Schweregrad der Unfälle in Kolumbien und Lateinamerika zu senken.

Gonvarri Colombia ist sich über die Verkehrssituation von Kolumbien bewusst, und das Unternehmen unterstützt aktiv den Staat bei diesem Thema. Deshalb entwickelte Gonvarri einen Strategieplan für die unternehmerische Verkehrssicherheit (Plan Estratégico de Seguridad Vial Empresarial), durch den Elemente geschaffen werden, durch die Unternehmen ihre Unternehmenskultur weiterentwickeln können. Dabei wird besonderer Nachdruck auf die Kenntnis und das Erfüllen von Verkehrsregeln gelegt sowie auf die Erhöhung des Wahrnehmungsvermögens für Risikosituationen beim Fahren und das Bewusstsein darüber, dass alle Verkehrsteilnehmer dafür verantwortlich sind, einen solidarischen und respektvollen öffentlichen Raum zu schaffen. Um diesen Plan zu erfüllen, haben wir ein Hauptziel definiert. Die allgemeine Bildung in Bezug auf Themen der Verkehrssicherheit muss am Arbeitsplatz und außerhalb der Arbeit verbessert werden. Das wirkt sich direkt auf das Wohlbefinden der Angestellten, ihrer Familie und der Gemeinschaft im Allgemeinen aus.

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Die Verkehrssicherheit muss das sichere Verhalten der Menschen widerspiegeln. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen auf die Verbesserung der Bildung und die Änderung von Verhaltensmustern konzentrieren, und wir müssen erreichen, dass sich die Menschen auf und außerhalb ihrer Arbeit entsprechend verhalten. Deshalb haben wir eine Kampagne zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchgeführt, insbesondere mit Bezug auf die Verkehrsregeln in Kolumbien, die Sterblichkeits- und Unfallrate im Straßenverkehr und auf die Normen, die beim Hereinfahren und Benutzen von Fahrzeugen in unseren Werken anzuwenden sind. Bei diesen Kampagnen wurde beispielsweise das Anlegen des Sicherheitsgurts gefördert und auf die Gefahren von Alkohol am Steuer hingewiesen. Und es wurde daran gearbeitet, dass die Fahrer die Verkehrssignale im Werk beachten.

Als Teil dieses Plans zur Verkehrssicherheit haben wir eine virtuelle Auto- und Motorrad- Fahrschule für Angestellte geschaffen, die einem größeren Verkehrsrisiko ausgesetzt sind. In dieser virtuellen Fahrschule werden die Angestellten in Sachen Verkehrssicherheit weitergebildet. So wird ein besseres Bewusstsein geschaffen, das zu mehr Vorsicht beiträgt. Ebenso wurden die Angestellten in erster Hilfe unterrichtet und es fanden interaktive Fahrsimulationen statt, bei denen die Angestellten lernten, wie wichtig es für ihr eigenes Wohl und das ihrer Familie ist, Sicherheitsvorschriften zu befolgen.

Um die fantastische Initiative von Gonvarri Steel Services mit dem Programm Emotional Driving zu nutzen, wird der nächste Schritt in unserem Plan zur Verkehrssicherheit sein, dieses Programm in unserem Land zu implementieren.

Bei Gonvarri Colombia glauben wir daran, dass gesellschaftliche Verantwortung im eigenen Haus beginnt. Aus diesem Grund richten sich unsere Aktionen auf die Erhöhung der Lebensqualität und der Qualität des Arbeitsplatzes unserer Angestellten und ihrer Familien. Wir bieten Programme zur Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz und für das gesellschaftliche Wohlbefinden sowie permanente Beratungsleistungen für verschiedene Lebenssituationen. Unser Werk zeichnet sich durch einen ausgezeichneten Umgang mit unseren Angestellten und ein exzellentes Arbeitsklima aus, und wir setzen unsere Unternehmenswerte kohärent jeden Tag um. Wir sind stolz darauf, zu diesem Unternehmen zu gehören und uns diesem zu verpflichten. In unserem Unternehmen, das Teil der Gonvarri-Gruppe ist, ist der Respekt für unsere Angestellten und ihre Familien ein entscheidender Aspekt für all unser Tun. Es handelt sich um einen grundlegenden Wert, auf den wir sehr stolz sind.

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