Juan Llovet
Direktor Marketing, Kommunikation und Nachhaltigkeit
Gonvarri Steel Services

Für alle bei Gonvarri Steel Services geht die Tatsache, dass wir ein sozial verantwortungsvolles Unternehmen sind, weit darüber hinaus, dass wir die dreifache Ergebnisrechnung anpacken oder gemeinsam die immateriellen Aspekte integrieren. Es geht vor allen Dingen um die Verpflichtung gegenüber den Personen, gegenüber unseren Mitarbeitern und, um noch weiter zu gehen, gegenüber der Gesellschaft und unserem Umfeld. Diese Verantwortung umfasst in unserem Falle weitaus mehr als die Ausbildung und die sozialen Leistungen, geht weit über die Vereinbarung von Beruf und Familienleben und die Chancengleichheit, die flüssige Kommunikation und berufliche Weiterentwicklung hinaus, sowie auch über die Gesundheit, Sicherheit und den Stolz über die Firmenzugehörigkeit. Sie ist dies alles und noch weit mehr. Denn wenn es in diesem Unternehmen etwas gibt, was wirklich wichtig ist, so sind es die Menschen. Und wenn etwas wirklich vorrangig ist, so ist es die Verpflichtung unseren Mitarbeitern gegenüber.

Entsprechend diesem Prinzip haben die Abteilungen für Kommunikation und Nachhaltigkeit sowie der Bereich HH.RR. unseres Unternehmens das Projekt Emotional Driving angestoßen, mit dem Fokus auf der Verkehrssicherheit, geschaffen von und für unsere Leute, da ihre Sicherheit und die ihrer Familie für uns ein vorrangiges Schlüsselthema ist.

Es handelt sich hier um eine strategische Allianz zwischen beiden Abteilungen, die vor fünf Jahren begann und bereits sowohl in menschlicher als auch in unternehmerischer Hinsicht gute Früchte trägt. Abgesehen von der internen Anerkennung (und dem Dank) kommt auch von außen Anerkennung in Form von Auszeichnungen und Prestige.

Bei der Einführung von Emotional Driving war für uns die größte Herausforderung die Mobilisierung. Alle Leute in unserem Unternehmen sollten das Projekt verstehen und sich daran beteiligen, verstehen, dass die Sorge darum, Menschenleben zu retten ebenso viel Mühe macht wie die Erledigung der täglichen Arbeit. Wir sahen, dass wir unsere Mitarbeiter am besten davon überzeugen konnten, dass es sich hier um ein wirklich wichtiges Projekt handelt, indem wir an alle persönlichen Bereiche appellierten, an den Erlebnisberichten der Verunglückten und den Erklärungen der Experten für Verkehrssicherheit teilnahmen, die Leute in Risiken, Vorsorge und sicherem Verhalten schulten, den Motivationen und Problemen der Kollegen ein Gesicht gaben und uns gemeinsam an einem Gewinnspiel mit Preisen für einen guten Zweck beteiligten. Mit anderen Worten, indem wir den emotionalen, rationalen und erfahrungsmäßigen Aspekt ansprachen.

Emotional Driving

Es handelt sich hier definitiv um ein neues Verkehrssicherheitskonzept, das uns mit Hilfe von positiven Botschaften motiviert, verantwortungsvoller zu fahren.

Es geht hier nicht nur darum, zu kommunizieren und auszubilden, sondern Wurzeln zu schlagen im Leben aller Teilnehmer, damit sie sich diese Ausbildung, diese Motivationen ihrer Kollegen, diese Lehren der Experten, diese Erlebnisberichte ihrer Kollegen, die uns zeigen, dass man auf der Straße nicht mit dem Leben spielt, in Erinnerung rufen, wenn sie in ein Fahrzeug steigen. Wenn wir uns versichern, dass wir alles tun, was in unseren Kräften steht, um unseren Anteil zur Verhütung von Unfällen der Personen beizutragen, die uns nahestehen, so werden die Anstrengungen aller schließlich die Mühe wert gewesen sein.

Die Stärke des Projektes und besonders der Beteiligungserfolg bestehen in der Integration von drei Stufen – Erfahrung, Beteiligung und Ausbildung –, indem über positive Botschaften und Erlebnisberichte aus erster Hand der rationale Aspekt mit dem emotionalen Aspekt, der Lernbereich mit dem Erfahrungsbereich, die Ausbildung mit der Erfahrung, das Didaktische mit dem Spielerischen verbunden wird und nach und nach in die tägliche Arbeit unserer Mitarbeiter eindringt.

Wir hatten das Glück, einen so außerordentlichen Weggefährten wie den Verband zur Untersuchung von Rückenmarksverletzungen (AESLEME) zu gewinnen, der bereits an unserem Sozialen Aktionsplan beteiligt war. Dieser Verband ist mit seiner Beteiligung und seinem großen Engagement bei den verschiedenen Veranstaltungen sowie seinen Bemühungen, die Teams zur Teilnahme anzuregen, ein wesentlicher Teil des Projektes. Die Teilnehmer waren doppelt motiviert, nämlich zu gewinnen (bei dem Wettbewerb), und weil alle bei dem Gewinnspiel erworbenen Punkte automatisch in eine Geldspende für den Verband umgewandelt werden.

Das Projekt Emotional Driving war ein großer Anreiz für alle und hat es uns ermöglicht, einer unbequemen, aber unvermeidbaren Wahrheit ins Gesicht zu sehen: der Verkehrssicherheit.

Mit einer Beteiligungsquote von über 95% seitens Hunderter von Personen bei jeder Ausgabe kann diese Initiative mehr sein als ein Ausgangspunkt zur Bekräftigung der Verpflichtung gegenüber unseren Mitarbeitern, die für uns das Wichtigste und das Wertvollste sind.

Emotional Driving ist eine kooperative Herausforderung, die wir unseren Mitarbeitern vorgeschlagen haben, um sie für ein sichereres Fahrverhalten zu motivieren sowie hinsichtlich der Vorteile, die ein solches Verhalten mit sich bringt. Ausgehend vom Konzept des Emotional Driving wollen wir den positiven emotionalen Inhalt suchen, ohne die strafende und tragische Komponente, die seit jeher mit der Verkehrssicherheit einhergeht. Ganz im Gegenteil, wir wollen, dass die Teilnehmer darüber nachdenken, was sie dazu motiviert, sicher zu fahren.

Gustavo Almela, Antonio Amengual y Juan Llovet

Während der Veranstaltung können alle Mitarbeiter an verschiedenen, in drei Stufen aufgeteilten Aktivitäten, Gesprächen und Vorträgen teilnehmen:

  1. Erfahrungsstufe (Verkehrssicherheitstag)

An diesem speziellen Tag können die Teilnehmer an von Experten betätigten Simulatoren quasi reale Erfahrungen hinsichtlich der Verkehrssicherheit machen (z. B. Überschlagen oder Zusammenstoß bei niedriger Geschwindigkeit), um sich auf diese Weise besser auszubilden und für das korrekte Fahren zu sensibilisieren.

Besonders wichtig sind in dieser Stufe die Erlebnisberichte von Personen, die in Verkehrsunfälle verwickelt waren, und zwar sowohl Opfer von Verkehrsunfällen (Personen mit Rückenmarksverletzungen) als auch Experten, die den Verkehrsopfern beistehen (Feuerwehrleute, Polizisten und Ärzte). Das sind harte und ehrliche Erlebnisberichte aus erster Hand – wie das Leben selbst –, die tief beeindrucken und allen Anwesenden sehr nahegehen. Auch die Führungskräfte des Unternehmens tragen zu den Veranstaltungen bei und ermuntern zur Beteiligung und zum Nachdenken.

 

2. Aufruf zum Emotional Driving

Jeder kann sich an diesem Wettbewerb mit Preisen und Punkten beteiligen, die mittels offener Abstimmung vergeben werden. Bei dem Wettbewerb geht es darum, was uns dazu motiviert, sicherer zu fahren: Jeder Teilnehmer schreibt seine Motivation nieder und veröffentlicht sie, um diesen Gedanken mit seinen Kollegen zu teilen und damit diese über seinen Beitrag abstimmen können. Zum Schluss werden die vergebenen Punkte in Euro umgewandelt für eine gemeinsame solidarische Stiftung zugunsten von AESLEME.

 

3. Rationale Stufe

Die rationale Komponente besteht in einem von der LTC-University veranstalteten Kurs über die hauptsächlichen Risikobereiche der Verkehrssicherheit: Fußgänger, der menschliche Faktor, der Zustand der Straßen und des Fahrzeugs. Dieser Ausbildungskurs wird ebenfalls für die Gesamteinstufung der von den Teilnehmern erzielten Punkte angerechnet.

Die Reaktion auf diese Aktion war mehr als zufriedenstellend: bei jeder Ausgabe nahmen alle Mitarbeiter an den Ausbildungen teil und hatten ihren Spaß an den Veranstaltungen. Die Erlebnisberichte sind wirklich beeindruckend und die Beteiligung beispielhaft. Hunderte von positiven und motivierenden Botschaften werden auf der Website eingestellt, damit alle Kollegen an ihnen teilhaben, und werden auch an der für diese Veranstaltung aufgestellten schwarzen Tafel veröffentlicht. Alle veröffentlichten Antworten stehen im Wettbewerb um die Stimmen der Teilnehmer, und die wöchentlichen Gewinner erfahren spielend und lernend, wie wichtig es ist, sicher und verantwortungsvoll zu fahren.

Seit der ersten Ausgabe von Emotional Driving an unserem Firmensitz in Madrid ist dieses Event im Jahre 2015 zu allen spanischen Werken unseres Unternehmens gereist. Der Erfolg dieser Maßnahme liegt auf der Hand: eine Beteiligung in Höhe von 95%, ein Zufriedenheitsgrad von 91%, eine Steigerung bei den abgeschlossenen Ausbildungen von 64%, eine 29%ige Steigerung beim Zugriff auf das Intranet und 36% mehr Wechselwirkungen. Dieser Erfolg hat auch nach außen ausgestrahlt, da die Maßnahmen mit einigen der renommiertesten nationalen und internationalen Preise ausgezeichnet wurden: International Business Award (Gold Stevie Winner), Beobachtungsstelle für interne Kommunikation und Firmenidentität, International CSR Excellence Award 2015, Preis Publifestival für soziale Aktion und interne Kommunikation der HH.RR., EIKON-Preise, Corporate Engagement Awards 2015 und Preise für soziale Unternehmen.

Diese erste Ausgabe der Kampagne ist aber lediglich der Beginn von etwas, was wir im Laufe dieses Jahres an immer weitere Standorte des Unternehmens gebracht haben. In unserem Werk in Cancienes in As­turien fand im März dieses Jahres die Auftaktveranstaltung- und der Beginn des Wettbewerbs statt. Es folgten zunächst Barcelona, Navarra, Galicien,. Deutschland und Kolumbien… An allen diesen Standorten war der Erfolg hinsichtlich Beteiligung, Zufriedenheit und vor allen Dingen Bewusstseinsschärfung und Sensibilisierung ebenso groß wie im Werk von Madrid.

Initiativen wie Emotional Driving sind ein definitiver Einsatz: Nachdem wir jahrelang versucht haben, die Ausstattung der Straßen zu verbessern, glauben wir, dass jetzt die Zeit gekommen ist für die Vorbeugung und Sensibilisierung im dem Bereich der Verkehrssicherheit. Und was kann hierfür besser dienen als Erlebnisberichte und reale Erfahrungen, um uns die Risiken bewusst zu machen, Spiele, die die Beteiligung und Sensibilisierung fördern, Ausbildungskurse, die uns dabei helfen, Unfälle wirksam zu vermeiden, ein Projekt, das die ratio­nale Komponente mit der emotionalen Komponente verbinden will, um tiefgehend auf alle Bereiche unseres Lebens einzuwirken? Wir glauben, das ist der beste Einsatz, zweifellos ein gewinnbringender Einsatz.

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