Fernando Castro

Generaldirektor Metallstrukturen
Gonvarri Steel Services

Antonio Amengual
Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit
Gonvarri Steel Services

Was geschieht, wenn ein Bus voller Passagiere mit einer Leitplanke zusammenstößt? Nichts. Dieses „Nichts“ ist heute ein Traum. Aber mit jedem Tag, mit jedem Versuch und mit jedem Prototyp sind wir diesem Traum ein Stück näher. Dieses „Nichts“ ist das Ziel, dass die Fachleute von Gonvarri Road Steel mit jeder Minute ihrer Arbeit verfolgen.

Die Gruppe Gonvarri begann vor fünfundzwanzig Jahren an dem Thema Verkehrssicherheit zu arbeiten, zunächst auf sehr einfache Weise, indem man in einem Werk in Asturias Sicherheitsleitplanken aus Metall herzustellen begann. Zweieinhalb Jahrzehnte danach können wir sagen, dass aus diesen bescheidenen industriellen Anfängen heute Road Steel geworden ist. Ein Konzept, das viel mehr als die Marke ist, die alle Aktivitäten der Gruppe in Sachen Verkehrssicherheit einschließt. Dieses Konzept beweist vor allem unsere Bemühungen und unseren Wunsch zu erreichen, dass die Seitenbegrenzungen der Landstraßen immer sicherer werden. Das ist die Veränderung in unserer Philosophie, für die Road Steel steht. Wir stellen nicht nur Produkte her, sondern wir sorgen für Verkehrssicherheit in Form von effizienten Lösungen. Unser Ziel ist, dass es immer weniger Unfälle und weniger Opfer (Verkehrstote und Schwerverletzte) auf unseren Straßen gibt.

Wir alle wissen, dass Verkehrsunfälle die zweithäufigste Todesursache auf der Welt sind, und von diesen Unfällen geschehen einer von drei durch das Abkommen eines Fahrzeugs von der Fahrbahn. Ein Fahrzeug kommt ohne Kontrolle von der Fahrbahn ab und stößt gegen ein Hindernis, fällt einen Berg hinunter oder gerät auf die Gegenfahrbahn, mit schweren Sachschäden und häufig mit Verletzten und Toten. Auch wenn es stimmt, dass die Anzahl der tödlichen Unfälle in den letzten Jahren abgenommen hat, haben wir noch viel zu tun. Es muss noch viel an den Fahrzeugen, an der Mentalität der Fahrer und natürlich auch an den Straßen verbessert werden.

Und was ist unsere Aufgabe bei dieser Arbeit? Innovation. Die Entwicklung von neuartigen Produkten, die eine Revolution auf dem Markt der Straßensicherheit darstellen.

Deshalb ist Gonvarri in den letzten Jahren dazu übergegangen, nicht nur Elemente aus Stahl herzustellen, sondern auch Lösungen für die Verkehrssicherheit zu schaffen und weiterzuentwickeln. Und zwar über den gesamten Prozess vom Anfang bis zum Ende. Die Analyse der Probleme, die Feststellung und Bewertung aller Risikozonen auf den Straßen, die man als Fahrer fast nie berücksichtigt, die aber dennoch da sind, stellen an dem Tag, an dem man von der Fahrbahn abkommt, ein schweres Problem da. Auch der Straßenzustand spielt eine große Rolle. Manchmal nehmen wir sogar an der Gestaltung der Straße selbst und ihrer Rückhaltesysteme teil. In dieser Phase kann unser Beitrag sehr wichtig sein. Bei diesen Maßnahmen muss es sich nicht immer um die Montage eines Systems zum Rückhalten von Fahrzeugen halten, in diesem Fall die letzte Maßnahme. Zunächst muss man überlegen, wie man das Problem vermeiden und die Risiko- oder Gefahrenzone beseitigen kann. Die beste Barriere ist ohne Zweifel die, die man nicht braucht.

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In diesem Sinne ist es unsere Berufung und Aufgabe, nicht nur die gefährlichen Elemente und Zonen zu schützen, sondern die Beschaffenheit dieser Objekte zu ändern, damit sie nicht länger eine Gefahr darstellen.

Zurzeit entwickeln wir eine Straßenbeleuchtung, die im Fall eines Zusammenstoßes kein Risiko für das Fahrzeug oder für Dritte darstellt. Eine Straßenlaterne aus flexiblem Material, das den gesamten Stoß auffängt, so dass das Material nicht durchbricht und auf das Auto oder auf die Straße fällt und so eine zusätzliche Gefahr verursacht.

Wir wissen, was unsere Aufgabe ist, und die nächste Frage, die wir uns bei Hiasa stellen, ist, was wir als nächstes erreichen möchten. Natürlich möchten wir weiter nach Innovationen suchen und fortschrittliche Produkte entwickeln, die dazu beitragen, dass unsere Straßen auf dem Land und in der Stadt immer sicherer, ungefährlicher und weniger tödlich werden. Aber wir möchten sogar noch ein Stückchen über das Thema Straßensicherheit hinausgehen und der Gesellschaft eine Reihe von Werten vermitteln. Dies tun wir mit Kampagnen zur Bewusstseinsbildung wie Emotional Driving. Und zwar in Spanien und in allen anderen Ländern, in denen wir präsent sind. Wir möchten nicht nur Hersteller, sondern auch Handlungsträger sein, die sich für die Sicherheit und Unfallvorbeugung einsetzen.

Die Gesellschaft braucht neue Sicherheitsmaßnahmen. Die Fahrer, die Fachleute, die Verwaltungen, der gesunde Menschenverstand… Road Steel entwickelt schon seit Jahren Antworten und Lösungen für diese Nachfrage mit einer Arbeitsstrategie, die immer nach Innovation und einer führenden Stellung in der Branche sucht. Und das nicht nur in Spanien, sondern auch in Kolumbien, in der Türkei und bald auch in den Vereinigten Staaten. Die spanischen Innovationen werden bald in viele Länder der Welt exportiert. Wir sind heute ein Unternehmen, das im Bereich der Innovation Modellcharakter hat.

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Und unter all diesen Diensten, die für die Gesellschaft geleistet wurden, diesem Engagement für die Verkehrssicherheit und das Leben der Verkehrsteilnehmer ist Road Steel besonders stolz auf die Schutzsysteme, die die Motorradfahrer schützen. Es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, dass unsere Gruppe eine wesentliche Rolle bei dieser großen Entwicklung gespielt hat, zu der es in den letzten zehn Jahren in Spanien gekommen ist. Ein Land, das bei diesem Thema niemals eine vordere Stellung einnahm, steht heute technologisch an der ersten Stelle der Weltrangliste. Es wurde viel und gut gearbeitet, und die verschiedenen Verbände der Motorradfahrer erkennen diese Arbeit an.

Von allen Fahrern sind die Motorradfahrer der größten Gefahr ausgesetzt, wenn es zu Zusammenstößen kommt. Laut der Daten des Verkehrsministeriums (DGT) ist das Todesrisiko bei Motorradunfällen 17-mal höher als bei Autounfällen. Mit der Verbesserung des Straßenbelags und der Ausschilderungen und einer stärkeren Geschwindigkeitskontrolle konnte man in den gefährlichen Abschnitten die schweren und tödlichen Unfälle senken. Dazu haben vor allem die neuen Rückhaltesysteme, durch die die alten Leitplanken ersetzt wurden, die beim Aufprall nicht schützten, sondern teilweise den Unfall noch schwerer machten, beigetragen. Die neuen Leitplanken sind wesentlich effizienter, sie schützen den Motorradfahrer bei einem direkten Zusammenstoß mit der Planke und auch gegen die Gefahren auf der anderen Seite (Hindernisse, Felsen, Abhänge, Gegenfahrbahn usw.).

Ebenso haben unsere Fachleute neue Lösungen erforscht, innoviert und entwickelt, mit denen Leben auf der Straße gerettet werden können. Schutzplanken aus Metall, Brückengeländer aus Metall, ästhetische Planken aus Holz und Stahl, Aufpralldämpfer, Abschlüsse für Leitplanken und Systeme zum Schutz von Motorradfahrern sind das Ergebnis dieser Forschungsarbeiten und des gemeinsamen Engagements.

Unser größter Stolz ist die hohe Anzahl an Amputa­tionen und Todesfällen, die durch diese Schutzsysteme vermieden wurden. Das ist uns wichtiger als die Tonnen von hergestellten Produkten und der erzielte Gewinn. Die Motorradfahrer selbst haben sich offen für dieses System eingesetzt und man fordert es für Tausende von Kilometern spanischer Landstraßen, an denen es noch die alten Leitplanken gibt.

Viele von uns erinnern sich noch an Andrés Pérez Rubio, der 1982 und 1985 spanischer Meister in der Klasse 500cc war. Er erlitt an einem Dezembermorgen im Jahr 1993 einen schweren Unfall, als er zu der Rennstrecke Jarama fuhr, wo er Fahrunterricht gab. Er verlor bei einem Aufprall auf die Leitplanken beide Arme. Als 2002 die Proteste der Motorradfahrer gegen die alten Leitplanken begannen, war Andrés einer der Repräsentanten des spanischen Motorradverbandes, und man setzte sich an den Verhandlungstisch. Andrés sagte ganz klar, dass er nicht gegen Schutzplanken sei, sondern dass diese notwendig seien. Er trat entschieden für Leitplanken ein, nur sollten diese sicher für Motorradfahrer sein. Und das ist genau das, was wir von Road Steel wollen und woran wir in den letzten Jahren arbeiten. Wenn ein Motorradfahrer stürzt, sollte er ausreichenden Schutz haben, und seine Unversehrtheit sollte nicht dem Zufall überlassen sein.

Und das gilt nicht nur für Motorradfahrer, die ja nur 8% des Verkehrs in Spanien ausmachen, sondern für alle Fahrzeuge, die auf den Straßen unterwegs sind. Also leichte und schwere Fahrzeuge, Fahrzeuge des Warentransports und öffentliche Verkehrsmittel… Unsere Philosophie ist es, dass die verschiedenen Verkehrsteilnehmer nicht um ihre Sicherheit in Konkurrenz treten müssen, sondern dass wir Systeme entwerfen, die für alle Arten von Fahrzeugen wirksam sind. Es sollte keine Prioritäten geben. Wichtig ist, dazu beizutragen, dass der Straßenrand immer sicherer wird. Es muss zur Sicherheit der Menschen auf den Straßen beigetragen werden. Menschenleben müssen gerettet werden.

Aber wir möchten nicht nur ein Hersteller sein, sondern auch ein Beispiel für die Verkehrssicherheit geben. Wir möchten Kampagnen zur Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft durchführen und eine konstante Arbeit leisten, mit der wir alle Menschen erreichen, die alle Menschen einbezieht. Und zwar durch Emotional Driving oder jegliche Zusammenarbeit mit Verbänden und Initiativen, die die gleichen Werte und Ziele wie wir haben.

Für unsere Mitarbeiter ist es eine doppelte Genugtuung zu wissen, dass sie zu einem führenden Unternehmen der Welt gehören und dass sie, und das ist noch wichtiger, dazu beitragen, dass wir uns alle sicherer auf den Straßen fühlen können. Es geht hier nicht nur um Gewinn, sondern es geht um das Ergebnis einer Arbeit, mit der Menschenleben gerettet werden. Das sind die Werte, nach denen sich unser Unternehmen immer gerichtet hat und aufgrund derer wir stolz auf unsere Arbeit sind. Die ständigen Verbesserungen, der innovative Geist, die internationale Berufung, das Engagement für die Gesellschaft und die Sicherheit, dass unser wichtigstes Ziel und unsere große Motivation darin bestehen, an der Sicherheit der Menschen auf den Straßen mitzuarbeiten.

Wir haben schon viel getan und unseren Beitrag geleistet. Aber es wird noch besser und wir arbeiten jeden Tag daran, diese Verbesserungen zu erreichen. Das ist unsere Berufung, unsere Aufgabe und unsere alltägliche Arbeit.

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