Pablo González de Suso
Leiter für Pesonalwesen
Gonvarri Steel Services

Bei Gonvarri Steel Services ist eines klar: Die Menschen sind unser wichtigster Vermögenswert. Daher haben Sicherheit und Gesundheit bei uns oberste Priorität, und wir haben eine Präventionskultur aufgebaut, die ein gutes Arbeiten an all unseren Standorten ermöglicht. Wir sind uns aber auch bewusst, dass außerhalb unserer Werke noch viele Sicherheitsdefizite bestehen, zu deren Behebung wir beitragen können. Es ist Teil unserer Unternehmenskultur, für unsere Leute zu sorgen. Wir stellen die Menschen über die Zahlen und über die Ergebnisrechnung.

Das ist so und muss so sein, gerade in einem Unternehmen wie dem unseren. Denn die Industrietätigkeit von Gonvarri beinhaltet bestimmte Gefahren am Arbeitsplatz, gegen die alle erforderlichen vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden müssen. Nur so können wir sie beseitigen oder zumindest so weit wie möglich eindämmen.

Dafür braucht es das Engagement aller Arbeitnehmer bei Gonvarri, vom ersten zum letzten. Präsident, Generaldirektoren, Geschäftsführer, Vorarbeiter, Mitarbeiter… Alle setzen sich für ein gemeinsames Ziel ein, das uns alle angeht.

2007 führten wir eine umfassende Diagnose durch, um festzustellen, wie es um die Sicherheits- und Gesundheitsindikatoren stand. Bei der Frage „Warum geschehen Unfälle bei Gonvarri?“ kamen wir zu dem Schluss, dass die Ursachen sich in drei Kategorien zusammenfassen ließen: KANN NICHT (mangelnde Fähigkeit oder Mittel), WEISS NICHT (mangelnde Kenntnisse und Erfahrung) und WILL NICHT (mangelnde Motivation, Selbstüberschätzung, Widerspruchsgeist). Infolge dieser Diagnose und der dadurch gewonnenen Daten wurde uns klar, dass Bedarf für den Aufbau und die Förderung einer Aufklärungs- und Präventionskultur in allen Abteilungen des Unternehmens bestand. Die Sicherheit als unausweichliche Voraussetzung zu betrachten, hielten wir für die wirkungsvollste Weise, Unfälle, Zwischenfälle und Unvorsichtigkeiten bei der Arbeit zu vermeiden. Unsere Ausgangslage war, dass wir zwar die Unfallindikatoren reduzierten, aber dabei sehr uneinheitlich vorgingen. Noch besorgniserregender war, dass zwar Investitionen zur Verbesserung der Arbeitsplätze und Ausrüstung gefordert, aber dem menschlichen Faktor und der Einhaltung von Vorschriften keine Bedeutung beigemessen wurden.

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Daher starteten wir 2011 das Programm „Einen Schritt weiter“, einen globalen Plan zur Förderung der Präventionskultur sowohl am Arbeitsplatz als auch im Alltag. Es ging uns nicht nur darum, bei den Personen Bewusstsein für Präventivmaßnahmen zu schaffen, sondern wir wollten alle Mitglieder der Organisation einbeziehen, unabhängig von ihrem Rang in der Hierarchie. Von allen, Führungskräften wie Mitarbeitern, wurde die gleiche Einhaltung und der gleiche Einsatz gefordert.

Es wurden vier Maßnahmenlinien entwickelt, um diese Ziele zu erreichen: bessere Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen, um die Gefahren bei ihrer Entstehung zu bekämpfen; in die Hierarchie integrierte Verwaltungssysteme, damit jeder weiß, was er zur Sicherheit beitragen muss; Schulung aller Mitarbeiter hinsichtlich der Gefahren und Vorschriften; und Aufklärung über die Bedeutung der Einhaltung vorhandener Vorschriften für das Unternehmen und die Menschen.

Zu diesem letzten Punkt, der Aufklärung – von entscheidender Bedeutung, denn diese Phase schließt den Kreis – wurden verschiedene Aktivitäten in den Werken durchgeführt, die auf gemeinsame, positive und spielerische Weise die Bedeutung der Sicherheit in allen Lebensbereichen vermitteln sollten: Arbeit, Privatleben, Familie, Gesellschaft. Der Welttag für Sicherheit und Gesundheit, das Programm Gesunde Gewohnheiten, die Plattform Travellers Backpack und Emotional Driving Challenge sind vier erfolgreiche Beispiele für diese Maßnahmenlinie.

Die Initiative des Welttags für Sicherheit und Gesundheit bestand aus Fotowettbewerb. Thema war die Einhaltung der einzelnen „Zehn Gebote für Sicherheit und Gesundheit“, die für die Gruppe definiert sind. Der Gedanke war, ein Präventionsnetz unter den Mitarbeitern von Gonvarri zu schaffen, mit dem eine echte Bilderkette gebildet würde. Auf den Bildern sollten mindestens zwei Personen zu sehen sein, die eines der zehn Gebote für Sicherheit und Gesundheit des Unternehmens darstellten. Die Vorgabe: Prävention als Kettenreaktion. „Ich kümmere mich um meinen Kollegen, er kümmert sich um den seinen, dieser wiederum um einen weiteren…“. Gleichzeitig wurde versucht, sich von der Vorstellung der Prävention als lästige Pflicht zu lösen und stattdessen eine Bewegung unter Kollegen auszulösen. „Vor der Arbeit achte ich nicht nur auf mich, sondern auch auf meinen Kollegen.“ Es sollte der Gedanke eingeprägt werden, dass das wahre und zudem das effizienteste Sicherheitsnetz die Menschen sind. Zur Förderung der Teilnahme wurde eine eigene Plattform auf Leading The Change gegründet, und es wurden wöchentliche Preise und Auszeichnungen sowie ein großer Endpreis an die Personen und Standorte ausgeschrieben, die die meisten Fotos einsandten.

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: Es gingen fast 3.000 Fotos voller Humor, Originalität, Genie und Kameradschaftsgeist von allen Standorten und aus allen Ländern ein (Großbritannien, Brasilien, Polen, USA, Russland, Türkei, Kolumbien, Portugal, Argentinien, Deutschland), und zudem gab es eine massive Mitarbeiterbeteiligung bei der Abstimmung über die Endpreise. Insgesamt wurden 15.500 Stimmen abgegeben. Der Erfolg bestand nicht nur darin, den Mitarbeitern den Inhalt dieser grundlegenden Gebote einzuprägen, sondern darin, dass sie positiv und begeistert bei der Sache waren. Der Teamgeist wurde gefördert, und es gelang, die Standorte in aller Welt über das Thema Sicherheit in Kontakt zu bringen.

Eine weitere erfolgreiche Initiative war das Programm Gesunde Gewohnheiten, mit dem der Sport sowohl einzeln als auch in Gruppen gefördert werden sollte, zusammen mit gesunden Verhaltensweisen in unserem Leben. Einerseits wurde das Sporttreiben erleichtert: subventionierte Sportarten, Trainingsraum in den Büros, Team-Turniere. Geboten wurden so unterschiedliche Disziplinen wie Radfahren, Leichtathletik, Tennis, Paddle, Motorradausflüge, Fußball, Handball… für jede Art von Publikum. Bei allen diesen Aktivitäten herrschte rege Teilnahme, es wurden Intranet-Gruppen gegründet und neue Kollegen mit dem gleichen Hobby entdeckt.

Andererseits wurde eine gesunde Ernährung gefördert. Täglich gab es neue Artikel mit interessanten Themen wie gesunde Ernährung oder Biolandbau, wichtige Punkte für einen guten Schlaf, ein gesundes Herz usw. Zudem wurde der Kurs Gesunde Gewohnheiten in Leading The Change University angeboten.

Mit Travellers Backpack wurde angestrebt, diese Präventionskultur unter den Mitarbeitern zu fördern, die kurz- oder langfristig in andere Länder entsandt wurden. Länder mit Gefahren, mit Unsicherheiten verschiedenster Art (körperlich, juristisch, gesundheitlich), mit anderen Sitten und Gewohnheiten usw. Es wurde ein Mehrkanalbereich eingerichtet, in dem praktische Informationen und wichtige Ratschläge zusammengetragen wurden (Verwaltungsschritte und Unterlagen, örtliche Gefahren, Versicherungen, gesellschaftliche, kulturelle und politische Informationen, eine Karte mit Krankenhäusern, der Botschaft und Standorten von Gonvarri usw., sowie Tipps im Fall von Raub oder Notfällen, oder ein Bereich für den Erfahrungsaustausch). Alles mit einem einzigen Ziel: Die Entsandten sollten sich jederzeit sicher und geschützt fühlen.

Die Ergebnisse dieser Initiativen waren hinsichtlich Häufigkeit und Schweregrad sehr gut. Darauf aufbauend wurden wichtige Ergebnisse in der Entwicklung der Unfalldaten in den letzten Jahren erzielt. Die Standorte sind sich dessen bewusst, und jährlich werden neue Rekorde bei Tagen ohne Unfälle mit Krankschreibung erzielt.

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Aber als wichtigstes Ziel wurde erreicht, dass den Arbeitnehmern eines klar geworden ist: Die Sicherheit ist eine nicht verhandelbare Voraussetzung bei Gonvarri. Sie wissen die Bemühungen des Unternehmens sowohl hinsichtlich der getätigten Investitionen zur Beseitigung von Gefahren und Risiken als auch bei der Bewusstseinsbildung und Förderung der Prävention für diese Gefahren zu schätzen.

Nun haben diese drei Initiativen zwar verdiente Erfolge eingeheimst; das Star-Projekt war aber zweifellos Emotional Driving. Denn der Straßenverkehr ist eine der Hauptursachen von Arbeitsunfällen, der gegenüber jede andere Ursache verblasst. Einer von drei tödlichen Arbeitsunfällen hängt mit dem Verkehr zusammen, und die meisten davon geschehen auf der Fahrt der Arbeitnehmer zum Arbeitsplatz (60%), auf Fahrten zwischen Arbeitszentren oder auf Fahrten, die mit der Berufstätigkeit zusammenhängen. Der spanischen Generaldirektion für Verkehr zufolge geschehen außerdem täglich 191 Arbeitsunfälle im Straßenverkehr mit Krankschreibung (Samstage und Sonntage mitgerechnet), und 10% der Arbeitsunfälle mit Krankschreibung ereignen sich im Verkehr. Angesichts dieser besorgniserregenden Daten ist die Einbeziehung der Unternehmen absolut notwendig und dringend. Es ist ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern und der Gesellschaft. Im Fall von Gonvarri Steel Services ist es außerdem unsere ständige Sorge und Priorität.

Über Emotional Driving wollten wir unseren Einsatz für Sicherheit und Gesundheit unserer Arbeitnehmer weiter vertiefen. Diese Initiative begann 2014 und entstand aus der Zusammenarbeit mit AESLEME, der spanischen Vereinigung zur Erforschung von Rückenmarksverletzungen. Das Ziel: ein verstärktes und vertieftes Engagement in der Präventionskultur auf dem Gebiet der Sicherheit. Wir sind uns bewusst, dass alle unsere Arbeitnehmer im Straßenverkehr unterwegs sind und halten es für wesentlich, dass diese Fahrten sicherer werden.

Das Projekt ist zudem perfekt an der dreifachen Ergebnisrechnung und an unseren strategischen Zielen ausgerichtet. Dies gelingt dank der Kombination dreier Ebenen:

  1. Die Verkehrssicherheit ist über unsere Abteilung für Verkehrssicherheit in unser Geschäftsmodell integriert.
  2. Die Achse „Sicherheit und Gesundheit“ ist ebenfalls Teil unserer Verpflichtung gegenüber unseren Fachkräften. Ausgehend von unserer Sorge um die Gesellschaft möchten wir unsere Mitarbeiter sensibilisieren.
  3. Die Verkehrssicherheit ist schließlich ein Zeichen unserer Sorge um unsere Umgebung, denn wir halten jeden Verlust von Menschenleben in Verkehrsunfällen für inakzeptabel.

Gonvarri Steel Services hat beschlossen, sich diese Sorge zu eigen zu machen, für die Bekämpfung des Problems zu arbeiten und keine Mühen zu scheuen, um unsere Arbeitnehmer und die Gesellschaft darin zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, kein Risiko einzugehen, wenn es um unser Leben und um das Leben der anderen geht. Das ist unser Ziel: Zu versuchen, diese Zahlen zu reduzieren und zur Rettung von Menschenleben beizutragen.

Emotional Driving steht also für unsere feste Verpflichtung gegenüber unseren Werten, unseren Mitarbeitern und unserer Umgebung – zweifellos dreien unserer wertvollsten Vermögenswerte.

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